Wathose an und los geht’s – Unsere Austernsafari im dänischen Limfjord

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Artikel aktualisiert am 18.05.2020

Aufgeregt sitze ich im Auto, beobachte die Regentropfen, die unentwegt vom Himmel herab prasseln, während wir auf dem Weg zum Oddesund sind. Etwas besseres Wetter hätte ich mir für unsere Tour schon gewünscht, denn heute nehmen wird an einer geführten Austernsafari teil. Zu Verdanken haben wir das Danwest, die uns extra dafür angemeldet hatten. :) Wir haben noch nie Austern gegessen und der Gedanke an die glibberige Konsistenz steigert nicht gerade meine Vorfreude. Trotzdem haben wird uns an dieses Abenteuer gewagt und somit geht es in Richtung Limfjord.

Der Treffpunkt ist ein Parkplatz bei Oddesund Kiosk & Bistro. Wir sind etwas früh dran, also besorgten wir uns noch schnell einen Kaffee und warteten zusammen mit den anderen auf den Guide.

Austern sammeln im Limfjord

Havkikkert

Havkikkert

Pünktlich erscheint unser Naturführer am Treffpunkt. Jens Hedevang Nielsen ist beim Aquarium in Thyborøn angestellt und als Naturkundeführer auch für die Austern-Safaris zuständig.  Seit über 6 Jahren macht er dies bereits und man spürt immer noch die Begeisterung. Er wies uns an, ihm mit dem Auto zu folgen und nach ein paar Minuten fanden wir uns an einem idyllischen Strand des Limfjords wieder.

Er hatte jede Menge Ausrüstung dabei. Wathosen (Fischerhosen mit integrierten Gummistiefeln) in verschiedenen Größen, Eimer, Käscher und große kegelförmige orange Trichter, die sogenannten Vannkikkert. Diese Wasserferngläser mit Glasscheiben am Boden werden auf die Wasseroberfläche gelegt und dann sieht man unter Wasser alles deutlich vergrößert.

Hier am Limfjord werden die Touren zweisprachig, auf dänisch und englisch, angeboten. Auf die Frage hin, wer neben dänisch die Tour auf Englisch benötigt, hoben wir beide als Einzige von den 20 Teilnehmern verlegen die Hand.

Da wir die einzigen Deutschen in der gesamten Gruppe sind, nimmt sich Jens die Zeit und erklärt uns auf englisch alles Wichtige.

Die Auster ist in Dänemark eine Delikatesse und es darf sie heute jeder essen. In Dänemark gibt es ein Gesetz, dass es jedem Bürger erlaubt, für den Eigenverbrauch so viel aus dem Meer ernten, wie er selber verspeisen kann. Allerdings Verkaufen darf man sie nicht.

Das brauchst du für eine Austernsafari

  • Zeit, denn die Tour dauert etwa 3 Stunden
  • Praktische Kleidung, dem Wetter angepasst
  • Evtl. Kleidung zum wechseln, falls man Wasser in die Watthosen bekommt ;)
  • Wichtig: Watthosen bekommst du gestellt, ebenso den Vannkikkert, Käscher, Eimer und Austernmesser
  • Eimer und Austernmesser darfst du behalten ;)

Wann ist Austernsaison und was muss ich beim Sammeln von Austern beachten?

Austern werden in den Monaten mit „R“ gesammelt und verzehrt, also von September bis April. In diesen Monaten ist der Genuss von Austern ungefährlich. Das hängt mit den Temperaturen des Wassers zusammen, denn man darf nicht vergessen, dass Muscheln wie Austern das Wasser filtern. Je kälter das Wasser, desto geringer das Risiko, dass die Austern giftige Algen enthalten.

Austern können bis zu 30 Jahre alt werden. Interessant ist auch zu wissen, dass es sich hier größtenteils um die pazifische Auster handelt. Die europäische bzw. Limfjord-Auster ist akut vom Aussterben bedroht, denn seit einigen Jahren macht sich die Pazifische Auster wegen der Wassererwärmung durch den Klimawandel in der gesamten Nordsee breit. Etwa die Hälfte der Bestände im Limfjord sind Europäische und der Rest Pazifische Austern. Wenn es mit dem Klimawandel so weitergeht wie bisher, wird es in vielen Jahren kaum noch Europäische Austern geben, erklärt uns Jens.

Er demonstriert uns noch, worauf man beim Sammeln von Austern achten muss, wie man wirklich frische Austern erkennt, wie sie gelagert oder gefahrlos geöffnet werden. Auch wurde uns der Unterschied zwischen den einzelnen Austernarten erklärt, was meinen Appetit auf die Auster nicht wirklich steigerte. Sie vermehren sich rasend schnell und bedrohen dadurch andere heimischen Lebewesen.

Jeder erhielt eine Watthose, einen Eimer und einen Stab mit Sieb. Nach der kurzen Einweisung stiefelten wir gemeinsam los. Jens ging voran und führte uns in den Fjord. Man sollte sich nicht zu sehr von seiner Route entfernen, da es sonst zu tief wird und Wasser in die Hose schwappen könnte. :) Da es zu Fuß ein paar Minuten dauert, nutzt Jens die Zeit und tauscht sich mit uns aus. Er interessiert sich dafür, wie zwei deutsche „Blogger“ zu der Safari gekommen sind und was wir so machen.

Ich beobachte das Geschehen vergnügt vom Ufer aus. Entschlossen durchwaten die Teilnehmer mit gesenkten Köpfen das Wasser. Immer wieder ein Blick durch die Riesenlupe werfend, um dann eifrig dem Käscher zu schwingen. Die Eimer unserer Mitstreiter füllten sich zusehends mit Austern und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie das schon öfter gemacht haben. Auch Torsten ist fleißig auf der Jagt nach unserem Essen. :) Zum Glück bleibt es Trocken und der Himmel lockert irgendwann sogar etwas auf.

Auf Austernsafari im Limfjord

Eifrig beim Austern sammeln

Austern essen

Nach einer guten Stunde sind mehr als genug Austern beisammen und wir stapften zurück an den Strand.  Jens hat derweil den Grill angeworfen, Sekt und diverse Toppings für uns bereit gestellt. Jetzt geht es an die Verkostung. Dafür verteilte Jens an alle die Austernmesser und demonstrierte uns, wie man die kleinen Biester öffnet. Das Öffnen der Austern überließ ich lieber Torsten, der nach anfänglichen Schwierigkeiten dann den Dreh raus hatte.

Er probierte als zuerst eine rohe Auster mit Zitronensaft und zeigt keine Regung. Das macht er mit voller Absicht, um mich zappeln zu lassen. Nach meiner Frage „Und?! Schmeckt es?“ antwortet er „Ist okay, aber für mich keine Delikatesse! Sie schmecken hier schon sehr salzig“. Ängstlich nahm ich die Auster in die Hand und dachte mir nur „Augen zu und durch“… So schlimm war es dann noch nicht. Etwas besser schmecken sie mit Schinken und Käse belegt vom Grill. Doch ganz ehrlich, mein Fall sind sie nicht. Ich genoss meinen Sekt und schaute den anderen beim Essen zu. Wer etwas experimentierfreudiger ist, kann sie auch mit Whisky probieren. Da wir unsere restlichen Austern nicht mitnehmen wollten, schenken wir sie einer Teilnehmerin. Sie freut sich darüber, denn sie möchte die übrigen Exemplare am nächsten Tag mit in die Schule ihres Sohnes nehmen, um sie dort zuzubereiten.

Die Safari können wir definitiv empfehlen, denn es macht einfach Spaß, die Austern zu sammeln und ihr erfahrt viel Wissenswertes über diese Schalenweichtiere. Es gibt grundsätzlich keine Altersbeschränkungen. Die Kinder sollten nur groß genug sein, um in die Hosen zu passen und auch Interesse an dem Thema haben, da es doch einige Zeit dauert. Darüber hinaus sollte man auch gut zu Fuß sein. Ihr könnt bequem online auf der Seite des JyllandsAkvariet buchen. Dort werden übrigens das ganze Jahr über verschiedene geführte Touren, wie bspw. Robben- und Bernsteinsafaris, angeboten.

Schaut doch mal vorbei…

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Danwest und dem JyllandsAkvariet

  • Antworten
    Familienidylle am Limfjord - Meermond
    20. April 2020 at 21:12

    […] im Limfjord ist in den vergangenen Jahren nämlich gewachsen und inzwischen kann man auf 👉Austernsafari gehen, um sie zu verkosten. Wir werfen sie zurück ins […]

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