Insel Fur in Dänemark – Ein Besuch, der sich lohnt

22. Juli 2019

Nicht viele Orte schaffen es mein Herz zu erobern. Doch die kleine Insel Fur im Limfjord ist einer davon. Bildschöne Landschaften, herrliche Natur, gutes Essen, selbstgebrautes Inselbier, nette Dänen und viel Wasser ringsherum… es gibt viele gute Gründe für einen Besuch. Anfang Mai ist es hier besonders schön, wenn die Natur erblüht und nur wenige Touristen da sind.

Über die Insel Fur

Vor unserem Urlaub in diesem Jahr habe ich noch nie etwas von der Insel Fur gehört. Sie befindet sich im Limfjord, nördlich von Skive und ist für ihren Moler bekannt.

Moler ist ein sehr feinkörniges silikatisches biogenes Sedimentgestein ähnlich dem Kieselgur. Es entstand vor etwa 55 Millionen Jahren am Übergang vom Oberen Paläozän zum Unteren Eozän und tritt im Limfjord-Gebiet in Dänemark zu Tage, vor allem auf den Inseln Fur und Mors und südlich von Thisted. Quelle: Wikipedia

 

Gerade einmal 771 Einwohner leben auf kleinen Insel und mit nur 22km² ist sie wirklich recht klein. Doch die vielen verschiedenen Landschaften, machen Fur zu etwas Besonderem. Im Süden ist die Insel eher flach, im Norden hingegen so hoch, dass es einige Steilküsten gibt. Viele Straßen gibt es nicht und der der Autoverkehr ist recht überschaubar. Ideale Bedingungen, um die Gegend mit dem Fahrrad zu erkunden. Wir waren zwar mit dem Auto unterwegs, aber die Strecken entlang der Küste und zur Fur Brauerei im Norden der Insel, sind so wunderschön, dass wir das irgendwann  mit dem Rad wiederholen wollen.

 

Fur Branden Fähranleger

Fur Branden Fähranleger

Fähre auf Fur

Fähre auf Fur

Fur Kro

Fur Kro

Fur Hafen

Fur Hafen

Mit der Fähre nach Fur

Vom Festland aus führt nur ein Weg auf das Eiland, und zwar mit einer Fähre über den 400 Meter breiten Fursund. Die Überfahrt dauert 3-4 Minuten und erfolgt von Branden, das sich auf der Nordseite von Salling befindet. Die Fähre bietet Platz für ca. 30 PKW. Tickets werden an Bord der Fähre gekauft und kosten für Erwachsene 20 Kronen, Kinder bis 14 Jahre gratis. Fahrzeuge inkl. Fahrer und Beifahrer 120 Kronen.

Wir hatten das Glück kostenlos auf die Insel zu kommen, denn 2019 fährt man im Zeitraum vom 12. April – 12. Mai und vom 21. September – 20. Oktober gratis :)

Abfahrt:
05.00 – 19.00 Uhr: Abfahrt vierteljährlich
19.00 – 01.00 Uhr: Abfahrt halbstündlich
01.00 – 05.00 Uhr: Abfahrt stündlich

Abfahrt vom Festland Branden – 5 Minuten später

Die Fahrt ist so kurz, dass sich das Aussteigen aus dem Auto nicht lohnt. :) Im Hafen suchen wir uns einen Parkplatz, denn ich muss auf die Toilette. Auch hier sind die WCs sauber und natürlich kostenfrei. Wir bummeln ein paar Meter durch den Hafen, der recht überschaubar ist. Vom Hafen aus fahren wir in Richtung Westen an der Küste entlang. Wir folgen der Straße Søndergårdevej und haben einen tollen Ausblick auf die Landschaft und das Wasser. Wir halten in Søndergårde (Link bei Google Maps) und genießen den wundervollen Ausblick aufs Wasser.

Strand bei Søndergårde

Strand bei Søndergårde

Küstenstraße auf Fur

Küstenstraße auf Fur – https://goo.gl/maps/qRqXopsMJJsyQoca7

Wir fahren weiter und gelangen zum alten Hafen, der 1911 von den Bewohnern der Insel gebaut wurde. Einst lagen hier viele kleine Fischboote, doch der Hafen versandete und wurde 1956 aufgegeben. Die Boote wurden in den neuen Hafen an der Fährenanlegestelle verlegt. Im roten Grundnetzhaus befindet sich eine Ausstellung zum Hafen, Fjord und zur Entwicklung der Fischerei im Limfjord. Sehr interessant.

Alter Hafen auf Fur

Alter Hafen auf Fur

Grundnetzhaus am Gammel Havn

Grundnetzhaus am Gammel Havn

Unser nächstes Ziel ist die Brauerei. Allein die Fahrt durch die Gegend dorthin ist Idylle pur. Schnell fahren geht hier auf diesen Wegen sowieso nicht und so tuckeln wir im gemütlichen Tempo die „Straße“ entlang. An einer schönen Stelle halten wir kurz. Ich hüpfe aus dem Auto, knipse ein paar Bilder mit dem Handy und lasse meinen Blick über die Landschaft schweifen… das wir dabei mitten auf der Straße stehen stört niemanden, denn weit und breit ist keiner zu sehen. Dann fahren wir weiter. Einige Meter vor der Zufahrt der Brauerei halten wir auf dem Parkplatz Anshede. Ich bin neugierig was es hier wohl zu sehen gibt.:) Wir laufen in Richtung Wasser, wo sanfte Wellen ans Ufer rollen. In der Ferne erblicke ich die Steilküste und lasse die Natur auf mich wirken.

Weg zur Brauerei auf Fur

Weg zur Brauerei auf Fur

Fur Bryghus

Fur Bryghus

Die Fur Brauerei

Nach all den Zwischenstops sind wir doch irgendwann angekommen – ganz ohne Stress. Seit 2004 steht die kleine Brauerei gut versteckt in einem kleinen Waldstück an der Nordküste. Zehn verschiedene Biersorten werden dort gebraut und ausgeschenkt, was an schönen Tagen nicht nur Einheimische, sondern auch viele Besucher anlockt. Wer möchte kann bei einer Führung durch das Gebäude dabei sein oder einfach nur im dazu gehörigen Restaurant, das hauseigene Bier und gutes Essen genießen. Wir entschlossen uns für Letztes und sicherten uns den einzigen freien Tisch. Wir bestellen zwei Frokost øl (Mittagsbier mit wenig Alkoholgehalt) und zwei Mal Fish and Chips. Die kurze Pause ist erholsam. Wir genießen unser Essen und besprechen, was wir als Nächstes machen.

Wir konnten nicht widerstehen, ein Paket mit verschiedenen Sorten Bier der Brauerei mit nach Hause zu nehmen. Drei der fünf Sorten haben uns sehr gut geschmeckt. Die anderen beiden waren nicht so unser Fall. Aber es gibt noch mehr Sorten. Es lohnt sich definitiv, einige davon zu probieren.

Fur Bier

Im Norden auf Fur wandern

Nach dem Essen wird es Zeit für eine kleine Wanderung. Ich lotse meinen Schatz per Navi zu einem kleinen Parkplatz im Norden. Zu Fuß gehen wir den schmalen Pfad nach Westen. Hier gibt es verschiedene ausgewiesene Wanderouten. Die rote Route führt direkt oben an der Steilküste entlang, vorbei am Leuchtturm mitten durch die Natur. Für mich die wohl beeindruckendste Steilküste auf Fur. Von der Spitze der Knudeklinterne bietet sich eine atemberaubende Aussicht Richtung Livø und Mors.

Welch ein Anblick :)

Welch ein Anblick :)

Der Leuchtturm auf Fur. Eine Laterne auf einem Stahlmast, der mit Metallplatten mit schwarzroter Streifenbemalung versehen ist.

Der Leuchtturm auf Fur. Eine Laterne auf einem Stahlmast, der mit Metallplatten mit weißroter Streifenbemalung versehen ist.

Abwechslungsreiche Wanderwege...

Abwechslungsreiche Wanderwege…

Knudeklinten auf Fur

Knudeklinten auf Fur

Wandern auf schmalen Pfaden

Wandern auf schmalen Pfaden

Grandiose Aussicht von der Steilküste auf Fur

Grandiose Aussicht von der Steilküste auf Fur

Molerbrud, Store Knudshoved

Molerbrud, Store Knudshoved

Bispehuen (Bischofsmütze).

Auf dem Weg nach Færker Odde zur Ostseite der Insel, kommen wir am Stendal Graven und Bispehuen vorbei. Sie gehören zu den meistbesuchtesten Sehenswürdigkeiten auf Fur. Stendal Graven ist das höchste Grab der Insel und man kann hier sehr deutlich die Kieselgur- und Ascheschichten sehen. Im Laufe der Zeit hat sich hier eine spektakuläre Säule aus gefaltetem Kieselgur gebildet.

Bispehuen, Insel Fur

Bispehuen, Insel Fur

Wir fahren weiter und erreichen nach kurzer Zeit die Landspitze Færker Odde. Dabei handelt es sich um einen langen Sandarm, der weit in den Fjord hineinreicht und dort aufgrund von Sand- und Kiesablagerungen immer länger wird. Am Parkplatz erinnert ein Gedenkstein an die Operation Waterdropping vom 4. März 1945.

Wir sind ganz allein hier und bis auf ein leises Rauschen der Wellen, stört kein Geräusch diese herrliche Stille. Wir spazieren gemeinsam am Strand entlang, lauschen dem Wasser und ich sammle ein paar Muscheln. Vom Strand aus erblickt man die kleine Insel Livø, die gerade mal 3,2 km² groß ist.

Gedenkstein

Gedenkstein bei Færker Odde

Færker Odde

Færker Odde

Auf Muschelsuche

Auf Muschelsuche

Inzwischen steht die Sonne tief am Himmel und wir treten die Heimreise an. Gut 55 km sind es bis zum Ferienhaus in Skyum. Dafür brauchen wir knapp 1,5 Stunden, bedingt durch die Fähre und der „Straßen“. :) Der Tag auf Fur war schön und viel zu kurz. So klein die Insel auch ist, hat sie doch unglaublich viel Sehenswertes zu bieten. Wir müssen auf jeden Fall noch einmal wieder kommen, um die anderen Sehenswürdigkeiten wie das Museum, Lille Knudshoved, Jep Jensens Skov, Emmelsten, Svenskehulen und den Svenskehulen zu besuchen :)

Hilfreiche Webseiten:

  • Antworten
    wb
    25. Juli 2019 at 18:35

    Ein sehr schöner Bericht von Euch. Hat mich neugierig gemacht und ich werde mir Fur im Herbst auch mal ansehen.

  • Antworten
    Claudia
    26. Juli 2019 at 10:15

    Moin liebe Susi,

    wenn ich mir euren Beitrag so angucken, dann wird es höchste Zeit für uns Dänemark weiter zu erobern. Es gibt einfach so viele schöne Ecken.

    Ganz liebe Grüße,
    Claudia

    • Antworten
      Susi
      1. August 2019 at 10:50

      Ihr werdet sehen, es lohnt sich. Obwohl wir schon so oft in Dänemark waren, entdecken wir immer wieder Neues.
      Habt es schön,

      Liebe Grüße
      Susi

  • Antworten
    NordNerds Juli-Rückblick 2019 • MAHTAVA! Taste the North
    4. August 2019 at 8:41

    […] sich ein Besuch auf der Insel Fur im Limfjord lohnt, verrät uns […]

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